Für den Erhalt der Wildpferde ist es notwendig, die ab einem Jahr geschlechtsreif werdenden Hengste aus der Herde herauszufangen, um u. a. Rivalitäten unter den Hengsten zu vermeiden. Dieser Wildpferdefang findet seit 1907 alljährlich am letzten Samstag im Mai im Merfelder Bruch statt.

Die einjährigen Hengste werden von Hand gefangen und durch Versteigerung zum Kauf angeboten. Die Jährlingshengste verlieren schnell ihre Scheu vor dem Menschen und gewöhnen sich an ihr neue Umgebung. Ihnen wird ein kluger, gutmütiger, genügsamer, vor allem aber ein gelassener Charakter nachgesagt. Daher sind sie als Reitpferde für Kinder oder auch als Kutschpferde seht beliebt.

  • Geschlechtsreif werdende Hengste sind ständig versucht, einem Rivalen Stuten abzujagen, um eine eigene Herde zu bilden und um damit letztlich einen neuen Lebensraum zu besiedeln. Diesem Raumanspruch kann in unserer heutigen Kulturlandschaft nicht unbegrenzt entsprochen werden. Auch dieses Reservat hat trotz seiner Größe eine flächenmäßige Begrenzung. Bei begrenztem Lebensraum und einer größeren Anzahl von geschlechtsreifen Hengsten würde es unweigerlich zu erbitterten Rangkämpfen kommen. Außerdem vergrößert sich eine Pferdeherde wie eine Wildtierpopulation, wenn der Mensch nicht eingreift.
    Wolf und Bär als auch für eine Pferdeherde

     

     

  • dezimierend wirkende Raubtiere finden in unseren Breiten schon lange keine Lebensbedingungen mehr vor. Daher ist der Wildpferdefang in Form des Herausfangens von jungen Hengsten eine Notwendigkeit geworden.
    Am schonendsten für die Pferde ist der Fang in der Arena durch den Menschen von Hand und ohne Hilfsmittel. Das anschließende Leben in der Obhut des Menschen bedeutet für den Wildling zwar den Verlust seiner Freiheit in der Wildpferdebahn, andererseits gewöhnt er sich bei artgerechter Haltung schnell an seine neue Umgebung und das Leben mit dem Menschen.

©Dr. Schollen
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