Etwa 12 km westlich der Stadt Dülmen, im Merfelder Bruch, existiert schon seit frühesten Zeiten eine Herde wilder Pferde. Erstmals wurden sie im Jahre 1316 urkundlich erwähnt. Diese etwa 360 Wildpferde sind heute das einzige verbliebene Wildpferdevorkommen auf dem europäischen Kontinent. Mitte des 19. Jahrhunderts schufen die Herzöge von Croÿ den Tieren ein mittlerweile 360 ha (= 3,6 km²) großes Reservat und retteten so die Restbestände des Vorkommens vor dem Untergang durch die fortschreitende Kultivierung und Aufteilung des Landes.

  • Die Wildpferde sind, bezogen auf Ihre Le-bensweise, sich selbst überlassen, folgen ihren Instinkten und sind den Witterungs-verhältnissen und dem Nahrungsangebot in ihrem Biotop optimal angepasst. So ist das Dülmener Wildpferd hart, anspruchs-arm und gesund geblieben.
    Der Name sagt schon, dass hier eine Bruchlandschaft vorherrscht. Sie umfasste eine Fläche von mehreren tausend Hektar. Ackerbau und Weidewirtschaft waren wegen des sehr hohen Grundwasser-standes unmöglich.
    Aufgrund der fortschreitenden Urbarmach-

  • ung und Inbesitznahme des Landes wur-den die letzten freilebenden Wildpferde in das Merfelder Bruch zurückgedrängt. Sie waren unmittelbar vom Aussterben bedroht, als Herzog Alfred von Croÿ im Jahr 1845 den letzten Wildpferden auf seinem Grundbesitz ein Reservat einrichtete.
    Dieses Reservat, die Wildbahn des Merfelder Bruchs, hat bis heute Bestand. Nach und nach ist die Wildpferdebahn erweitert worden, um der Pferdeherde eine entsprechende Futtergrundlage zu sichern.

  • Die Pferde leben in intakten Familienver-bänden mit ausgeprägter Rangordnung und wie jedes andere Wildtier auch, unter freiem Himmel. Sie sind somit jeglichen Witterungsverhältnissen ausgesetzt.
    Schutz vor Witterungsunbilden finden sie z. B. durch das Aufsuchen von Waldbe-ständen, die sie vor Windeinwirkung schützen.
    Nur im Winter, z. B. bei Schneelage, wird Erhaltungsfutter in Form von Heu aus-gebracht. Der Mensch hat noch zu keiner Zeit in das Wirkungsgefüge dieser natür-lichen Population eingegriffen. Dieses hat die Herde gesund erhalten, denn nur die an ihren Lebensraum angepassten Individuen konnten sich durchsetzen und weitervererben. Diese natürliche Selektion hat die Dülmener Wildpferde eine gesunde, genügsame und robuste Art bleiben lassen.

     

     

  • Rein genetisch betrachtet, ist hier und da im Laufe der Zeit sicherlich Hauspferdeblut in die Herde gelangt, da jedes entlaufene Pferd als ausgeprägtes Herdentier versucht, sich einer Pferdeherde anzuschließen und sich in ihr zu vererben. Die Wirkung solch fremden Genmaterials ist eher unbedeutend, da die natürliche Selektion alle diejenigen Individuen, die in dem vorhandenen Lebensraum nicht lebensfähig sind, ausmerzt. Negative genetische Einflüsse von außen konnten sich dauerhaft im Erbgut der Dülmener Pferde nicht verankern.
    Bei den Dülmener Wildpferden handelt es sich um ein seit frühesten Zeiten heraus-gebildetes (autochthones) Vorkommen wildlebender Pferde, welche an ihren Lebensraum im Merfelder Bruch optimal angepasst sind.

     

©Gitta Gesing

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