Ein lebendiges Naturerbe

Mitten im Naturschutzgebiet Merfelder Bruch bei Dülmen lebt seit Jahrhunderten eine außergewöhnliche Herde – die Dülmener Wildpferde. Bereits im Jahr 1316 erstmals urkundlich erwähnt, gelten sie heute als die letzten frei lebenden Wildpferde Europas und stehen bis heute für eine einzigartige, lebendige Tradition ursprünglicher Wildpferdehaltung. In der weitläufigen Landschaft aus Wiesen, Heideflächen und Wäldern können die Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum beobachtet werden – ein besonderes Naturerlebnis mitten in Europa. Früher waren Wildpferde in weiten Teilen Mitteleuropas verbreitet. Mit der zunehmenden Besiedlung und landwirtschaftlichen Nutzung wurden ihre Lebensräume jedoch immer weiter eingeschränkt. Die Tiere zogen sich nach und nach in abgelegene Gebiete zurück, die vom Menschen kaum genutzt werden konnten. Ein Teil dieser Pferde fand im heutigen Merfelder Bruch einen dauerhaften Rückzugsort. Dort lebt die Herde bis heute in direkter Abstammung weiter. Mitte des 19. Jahrhunderts erkannte Alfred Herzog von Croÿ den besonderen Wert dieser freilebenden Pferde und stellte ihren angestammten Lebensraum unter privaten Schutz. Durch diese vorausschauende Entscheidung konnte der Fortbestand der Herde gesichert werden. Das rund 500 Hektar große Gebiet befindet sich bis heute im Besitz des Herzogs von Croÿ.

(C) Herzog von Croÿ'sche Verwaltung | Fotos: Fabian Simons